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Bildfehler

Manchmal sind auch Digitalkameras überfordert und es entstehen Bildfehler. Einige kann man gut vermeiden oder später korrigieren.

Bildinhalte

Oft passiert es, dass man erst später bei der Betrachtung eines Bildes sieht, was man eigentlich aufgenommen hat. Ein typisches Beispiel ist eine tolle Häuserfassade auf der man bei spätere Betrachtung eine Reihe von Mülltonnen vor den Häusern entdeckt. Manchmal kann man aber auch einfach den Aufnahmeort nicht verändern. Dann kann man das Bild nachträglich durch einen Beschnitt noch verbessern. Dies ist streng genommen schon eine Fotomanipulation.

Abb. 1: Die Personen im Hintergrund stören.
Abb. 2: Die schiefe Lampe stört.
TippVor der Aufnahme eines Motivs das Umfeld des Hauptmotivs anschauen.

Belichtung

Einer der häufigsten Bildfehler ist eine falsche Belichtung. Entweder hat die Automatik versagt oder man hat selber vergessen den richtigen Kameramodus einzustellen. Falsche Belichtungen lassen sich nachträglich korrigieren. Bei machen Kameras geht das sogar in der Kamera selbst. Besser geht es aber mit eine Fotosoftware und besonders gut geht es, wenn man in RAW fotografiert.

Abb. 3: Falsche Belichtung. Das gesamte Bild ist zu hell aufgenommen.
Abb. 4: Korrektur des JPG. Der viel zu helle Himmel lässt sich nicht korrigieren.
Abb. 5: Korrektur des RAW. Das Bild ist gerettet.

Ausbrennen und Absaufen

Wenn ein Motiv sehr starke Helligkeitsunterschiede aufweist, kann es passieren, dass helle Bereiche ausbrennen. Das bedeutet, dass sie komplett weiß erscheinen, obwohl wir mit dem Auge noch Helligkeitsunterschiede sehen können. Genauso können dunkle Bereiche absaufen. Das bedeutet, dass sie ganz schwarz aufgenommen werden, obwohl wir noch Graustufen sehen können. Es hilft auf alle Fälle, Bilder im RAW-Format aufzunehmen, da diese Fehler später in Grenzen korrigiert werden können.

Manche Motive sind an einigen Stellen sehr hell und an anderen sehr dunkel. Man sagt, sie haben einen hohen Dynamikumfang. Der Sensor einer Kamera kann dies nur begrenzt aufnehmen. Es kommt zum Absaufen oder Ausbrennen, ohne dass man bei der Belichtung etwas falsch gemacht hat. Abhilfe schafft hier, im RAW-Format aufzunehmen und das Bild nachträglich mit Fotosoftware zu bearbeiten. Falls deine Kamera einen HDR-Modus hat, kann auch dieser verwendet werden.

Abb. 6: Sonnenfinsternis 12. August 2026. Es wurde auf die Sonne belichtet, die Umgebung ist nahezu nicht erkennbar, sie ist abgesoffen.
Abb. 7: Korrektur des JPG. Wenn die Umgebung sichtbar sein soll, werden die Farben falsch dargestellt.
Abb. 8: Korrektur des RAW. Die Farben sind erhalten und die Umgebung ist realistisch abgebildet.
Abb. 9: Arbeitsplatz für Fernunterricht. Die Umgebung ist zu dunkel, die Videoleuchte und das Fenster überstrahlen.
Abb. 10: Korrektur des JPG. Der Himmel und der Bildschirminhalt werden grau und die Videoleuchte überstrahlt noch stärker.
Abb. 11: Korrektur des RAW. Himmel, Bildschirm, Umgebung und Videoleuchte Schrift sind korrekt abgebildet.
WarnungBei Verwendung des HDR-Modus nur stillstehende Motive aufnehmen und ein Stativ verwenden!
TippIm Histogramm kann man sehen, ob die Belichtung stimmt. Einige Kameras haben auch die Möglichkeit, falsch belichtete Bereiche auf dem Display mit Streifen zu markieren (Zebras)

Bewegungsunschärfe

Bewegungsunschärfe tritt dann auf, wenn sich während der Belichtung dein Motiv oder du dich selber bewegst. Wenn sich das Motiv bewegt, ist der Rest des Bildes in der Schärfeebene scharf. Wenn sich der Fotograf bewegt hat, ist das ganze Bild unscharf.

Abb. 12: Selbst eine Belichtungszeit von 1/1000 s reicht für eine Meise im Flug nicht. Die Bewegungsunschärfe macht das Bild aber dynamischer
Abb. 13: Aufnahme aus fahrendem Auto. Man erkennt die Unschärfe an der Leitplanke.
Abb. 14: Die Belichtungszeit war für Hannibal, den wuseligen Goldhamster, zu lang. (Analogaufnahme)
TippBelichtungszeit verkürzen und die ISO erhöhen.
TippBei gewünschter langer Belichtungszeit und unbewegtem Motiv ein Stativ verwenden.

Weißabgleich

Es kann schnell passieren, dass man vergisst, den Weißabgleich (WB - white balance) umzustellen, wenn sich das Umgebungslicht ändert. Dies ist nicht weiter schlimm, wenn man in RAW aufnimmt. Dann kann man das Bild nachträglich korrigieren. Beim JPG ist das nur begrenzt möglich.

Abb. 15: Falscher Weißabgleich. Das Bild ist sehr blaustichig.
Abb. 16: Korrektur des JPG. Das Bild ist immer noch blaustichig.
Abb. 17: Korrektur des RAW. Das Bild ist gerettet.
TippWeißabgleich automatisch von der Kamera bestimmen lassen (AWB-auomatic white balance) und in RAW fotografieren.

Stürzende Linien

Stürzende Linien treten häufig bei Ultraweitwinkelobjektiven auf. Wenn man am Rand genügend Platz lässt, kann man dies mit Fotosoftware später weitestgehend korrigieren

Abb. 18: Aufnahme mit 10 mm Brennweite, unbearbeitet.
Abb. 19: Korrigierte stürzende Linien.
TippUm das eigentliche Motiv bei der Aufnahme etwas Platz lassen, damit bei nachträglicher Korrektur vom Motiv nichts verloren geht.

Flares

Flares sind Reflexionen, die durch Streulicht entstehen. Sie entstehen meistens bei nicht allzu hochwertigen Objektiven und Gegenlicht. Man kann sie in Grenzen durch eine Streulichtblende verringern. Manche Flares sehen aber auch hübsch aus und peppen ein Bild auf.

Abb. 20: Die kleine weiße Spiegelung rechts oben und der lila Fleck oberhalb der Sonne sind Flares
Abb. 21: Hübscher Flare, der das ganze Lichtspektrum zeigt.
Abb. 22: Flare im unteren Vordergrund, der aussieht, als wäre eine Spieglung im Bild.
TippZur Reduktion von Flares eine Streulichtblende verwenden.

Beugung

Beugung ist ein Phänomen, das dazu führt, dass bei kleiner Blendenöffnung eine leichte Unschärfe auftritt. Die hat nichts mit Fehlfokussierung oder Bewegungsunschärfe zu tun, sondern mit Physik. Lichtwellen haben die Eigenschaft sich an kleinen Öffnungen wie der Blende seitlich auszubreiten; dies nennt man Beugung. Dadurch erscheint das Bild ganz leicht unscharf.

Abb. 23: Spielzeugauto mit Blende f/8 aufgenommen. Das Bild ist scharf (100%-Ansicht).

Spielzeugauto mit Blende f/32 aufgenommen. Das gesamte Bild ist leicht unscharf (100%-Ansicht).

Spielzeugauto mit Blende f/32 aufgenommen. Das gesamte Bild ist leicht unscharf (100%-Ansicht).
TippBei einem Vollformatsensor gibt es in der Regel bis ca. Blende f/11 keine Beugungsunschärfe, bei einem APS-C-Sensor bis ca. Blende f/8.
HinweisMehr Informationen

Chromatische Aberration

Die chromatische Aberration oder auch chromatischer Fehler erzeugt sichtbare Farbsäume an scharfen, kontrastreichen Kanten. Diese treten bei nicht ganz so hochwertigen Objektiven an den Bildrändern bei offener Blende auf. Die Ursache liegt in der Lichtbrechung die für langwelliges Licht anders als für kurzwelliges Licht ist. Bei JPGs werden die Fehler meistens schon in Grenzen in der Kamera korrigiert.

Bei Gegenlicht treten häufig auch violette Farbsäume um kontrastreiche Kanten auf.

Seltener findet man auf Bildern auch einen chromatischen Längsfehler. Dabei haben die unterschiedlichen Wellenlängen des Lichtes leicht unterschiedliche Fokusebenen.

Abb. 24: Chromatischer Querfehler (Auschnittsvergrößerung). Typische Farbsäume um die Fenster.
Abb. 25: Violette Farbsäume (Auschnittsvergrößerung)
Abb. 26: Grüner Farbsaum am Schnabel. Chromatischer Längsfehler durch unterschiedliche Fokusebene der verschiedenen Wellenlängen
Abb. 27: Roter Farbsaum am Schnabel. Chromatischer Längsfehler durch unterschiedliche Fokusebene der verschiedenen Wellenlängen
TippIn der Bildmitte und bei leicht geschlossener Blende fallen die Fehler weniger auf. Wenn man im RAW-Format arbeitet, kann man die Fehler meistens nachträglich beseitigen.
HinweisMehr Informationen

Rolling Shutter

Bei sehr kurzer Belichtungszeit und einem elektronischen Kameraverschluss ist die Bewegung des Motivs schneller als das Auslesen der Pixel. Dann kommt es zu Verzerrungen. Dies tritt häufig bei Aufnahmen von Propellerflugzeugen oder anderen sich drehenden oder durchs Bild bewegenden Objekten auf. Wenn die Kamera auch einen mechanischen Verschluss hat, kann man das Phänomen vermeiden.

Abb. 28: Bei 1/4000s mit mechanischem Verschluss tritt kein Rolling-Shutter-Effekt auf. Die Öffnungen des Schwungrades des Stirling-Motors, das sich rasend schnell dreht, sind auf dem Bild rund. Man sieht noch eine leichte Bewegungsunschärfe
Abb. 29: Bei 1/4000s mit elektronischem Verschluss sind die Öffnungen völlig verzerrt abgebildet
Abb. 30: Rolling-Shutter-Effekt bei 1/1600s am rechten Flügel
TippBei sich schnell bewegenden Motiven, wenn vorhanden, mit mechanischen Verschluss fotografieren.
HinweisMehr Informationen

Fotomanipulation

Die Fotomanipulation ist eine bewusst herbeigeführte Veränderung eines Bildes. Manche Änderungen sind harmlos, wie zum Beispiel das Entfernen von roten Augen bei Blitzaufnahmen, andere können die Geschichte verfälschen. Aktuell ist die Fotomanipulation durch KI ein Riesenthema, auf das wir hier nicht näher eingehen.

Abb. 31: Originalblitzaufnahme
Abb. 32: Bearbeitete Version
TippBei Fotowettbewerben vorher in den Teilnahmebedingungen nachlesen, welche Manipulationen erlaubt sind.
HinweisGedanken zur Fotomanipulation

Canon EOS 100D | 40.0mm | f/8.0 | 1/500s | ISO 400

Canon EOS R6 | 45.0mm | f/5.6 | 1/1600s | ISO 100

Canon EOS 100D | 31.0mm | f/7.1 | 1/80s | ISO 200

Canon EOS 100D | 31.0mm | f/7.1 | 1/80s | ISO 200

Canon EOS 100D | 31.0mm | f/7.1 | 1/80s | ISO 200

Canon EOS R5 | 105.0mm | f/11.0 | 1/8000s | ISO 100

Canon EOS R5 | 105.0mm | f/11.0 | 1/8000s | ISO 100

Canon EOS R5 | 105.0mm | f/11.0 | 1/8000s | ISO 100

Canon PowerShot G5 X Mark II | 8.8mm | f/2.8 | 1/40s | ISO 320

Canon PowerShot G5 X Mark II | 8.8mm | f/2.8 | 1/40s | ISO 320

Canon PowerShot G5 X Mark II | 8.8mm | f/2.8 | 1/40s | ISO 320

Canon EOS M6 Mark II | 100.0mm | f/5.6 | 1/1000s | ISO 6400

Canon PowerShot G9 X Mark II | 10.2mm | f/5.6 | 1/320s | ISO 500

Canon EOS 100D | 55.0mm | f/11.0 | 1/400s | ISO 200

Canon EOS 100D | 55.0mm | f/11.0 | 1/400s | ISO 200

Canon EOS 100D | 55.0mm | f/11.0 | 1/400s | ISO 200

Canon EOS 100D | 10.0mm | f/6.3 | 1/125s | ISO 200

Canon EOS 100D | 10.0mm | f/6.3 | 1/125s | ISO 200

Canon EOS 6D | 50.0mm | f/11.0 | 1/1250s | ISO 200

Canon EOS M5 | 18.0mm | f/9.0 | 1/160s | ISO 125

Canon EOS R7 | 18.0mm | f/4.0 | 1/8000s | ISO 200

Canon EOS 70D | 100.0mm | f/8.0 | 1/250s | ISO 400

Canon EOS 70D | 100.0mm | f/32.0 | 1/250s | ISO 400

Canon EOS 600D | 32.0mm | f/11.0 | 1/400s | ISO 200

Canon PowerShot SX50 HS | 4.3mm | f/6.3 | 1/160s | ISO 200

Canon EOS 600D | 50.0mm | f/1.8 | 1/1250s | ISO 200

Canon EOS 600D | 50.0mm | f/1.8 | 1/1250s | ISO 200

X100T | 23.0mm | f/2.0 | 1/4000s | ISO 3200

X100T | 23.0mm | f/2.0 | 1/4000s | ISO 3200

Canon EOS R6 | 500.0mm | f/7.1 | 1/1600s | ISO 2000

Canon EOS 80D | 400.0mm | f/6.3 | 1/250s | ISO 400

Canon EOS 80D | 400.0mm | f/6.3 | 1/250s | ISO 400

Bildgestaltung
Experimentelles
 
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