Bildmotive
In diesem Abschnitt werden die Einstellungen für die wichtigsten Bildmotive beschrieben.
Menschen
Menschen sollte man nur dann aufnehmen, wenn sie auch damit einverstanden sind. Als Beispiele dienen hier daher KI-generierte Bilder, um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen und den KIs kein “Trainingsfutter” zu liefern.
Portraits
Bei Portraits wird nur der Kopf und ein Stück vom Oberkörper aufgenommen.
Einstellungen:
- Blende weit offen (kleine Blendenzahl), um den Hintergrund unscharf erscheinen zu lassen
- Belichtungszeit so, dass das Bild scharf wird. Wenn die Person still hält, ca. 1/60, wenn nicht besser 1/125 oder kürzer und
- Auto-ISO nutzen
- Wenn in Av oder Tv-Modus fotografiert wird, Belichtungsmessung auf Integralmessung stellen.
- Mit einem Autofokusfeld auf ein Auge scharf stellen. Wenn die Kamera einen Augenautofokus hat, diesen nutzen und den kontinuierlichen Autofokus aktivieren.
- Besser nicht blitzen, sondern die Person gut ausleuchten, so dass keine harten Schatten im Gesicht entstehen.
- Wenn Blitzen notwendig ist, falls vorhanden, die Rotaugenkorrektur nutzen oder noch besser einen oder mehrere entfesselte Blitze nutzen und auf Langzeitsynchronisation stellen.
- Je nach Zielsetzung der Aufnahme, die Person zum Lächeln bringen. Dies sollte nicht künstlich wirken.
- Serienbildfunktion nutzen und später das beste Bild auswählen.
Das bekannte Sprechen des Wortes “Cheese” ist gar nicht so vorteilhaft, da die Person dann meistens stärke Falten um den Mundwinkel hat. Besser ist es die Person “Money” sagen zu lassen.
Ganzkörperaufnahmen
Hier gilt dasselbe wie bei Portraits. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Füße nicht abgeschnitten werden. Aufnahmen, die unterhalb der Knie aufhören wirken unvorteilhaft.
Gruppen
Bei Gruppenaufnahmen muss man davon ausgehen, das irgendwer zappelt oder gerade die Augen geschlossen hat. Auch stehen bei Gruppen meistens nicht alle Personen in der Fokusebene.
Einstellungen:
- mittlere bis lange Brennweite (35mm - 80 mm)
- Blende schließen (5.6 - 8)
- Belichtungszeit kürzer als 1/100 und ISO entsprechend anpassen.
- Wenn in Av oder Tv-Modus fotografiert wird, Belichtungsmessung auf Mehrfeld stellen.
- Günstig ist, bei bewölktem Himmel draußen zu fotografieren. Bei Sonne werden die Schlagschatten zu hart, dann sollte man sich einen leicht schattigen Platz suchen.
- die Personen so zusammenrücken lassen, das keine Lücken zwischen den Personen sind und jedes Gesicht gut zu sehen ist.
- die Füße nicht abschneiden.
- aufpassen, dass im Hintergrund keine hässlichen Dinge wie Mülltonnen stehen.
- die Menschen zum Lächeln bringen.
- Serienbildfunktion nutzen und hinterher ein Bild auswählen, auf dem alle die Augen offen haben.
- weitere Aufnahmen schießen, wenn die Session eigentlich schon vorbei ist.
Tiere
Tiere zu fotografieren kann ganz schön anstrengend sein. Man muss Geduld haben und die Kamera gut bedienen können, um so tolle Aufnahmen hinzubekommen, wie man sie in Zeitschriften und auf dem Netz sieht. Hinter all diesen Aufnahmen stecken eine Menge Übung und meistens auch Hunderte von Fehlversuchen. Als Anfänger kann man zunächst die eigenen Haustiere oder die Hunde und Katzen aus der Nachbarschaft fotografieren oder in den Zoo gehen.
Um sich von den üblichen Bildern abzuheben, sind auch sogenannte Close-Ups, also Bilder bei denen man Details von ganz nah aufnimmt, toll. Gerade im Zoo kann man mit einem Teleobjektiv Details aufnehmen. Wenn man ganz nah ans Gitter geht und durch eine Masche fotografiert, sieht man auch den Zaun nicht. Wenn irgend möglich, Tiere auf Augenhöhe aufnehmen und warten bis das Tier in die Kamera schaut.
Einstellungen:
- Lange Brennweite (Telebrennweite).
- Offene Blende, um den Hintergrund verschwimmen zu lassen.
- Kurze Belichtungszeit, je schneller das Tier, desto kürzer die Belichtungszeit.
- Tieraugenautofokus, falls verfügbar.
- Belichtungsmessung: Integral oder Mehrfeld.
- Auto-ISO
Landschaften
Bei Landschaftaufnahmen auf das Licht achten. Bei Gegenlicht können Flares entstehen und die Kamera kann die Belichtung nicht so gut automatisch steuern. Besonders eindrucksvoll werden Landschaftsaufnahmen frühmorgens kurz nach Sonnenaufgang oder in der sogenannten blauen Stunde, kurz vor dem Sonnenuntergang. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Kamera gerade gehalten wird. Einige Kameras haben dazu eine eingebaute Wasserwaage. Noch besser ist es, bei Landschaftaufnahmen, die Kamera auf ein Stativ zu montieren, manuell zu fokussieren und mit dem Zeitauslöser zu starten, um jegliche Verwacklung zu vermeiden.
Einstellungen:
- Eine kurze Brennweite (Weitwinkelobjektiv)
- Kleine Blende (8 - 13), um die gesamte Szene scharf abzubilden
- Niedrige ISO (100 - 200)
- Belichtungszeit, so dass das Bild gut belichtet ist
- Belichtungsmessung: Mehrfeld
Natur
Naturaufnahmen reichen von kleinsten Blüten bis hin zu ganzen Landschaften. Daher sind die Einstellungen stark vom Motiv abhängig.
Gebäude
Gebäude fotografiert man am besten von weiter weg. Steht man zu dicht vor dem Gebäude, muss man die Kamera zu stark kippen, so dass die Perspektive verzerrt wird und stürzende Linien auftreten. Kann man nicht weit weg gehen, hilft eine nachträgliche Korrektur mittels Software. Alternativ kann man ein Tilt-Shift-Objektiv verwenden, das aber sehr teuer ist. Nimmt man Gebäude bei schlechten Lichtverhältnissen auf, ist ein Stativ sinnvoll, um die ISO und damit das Bildrauschen gering zu halten.
Einstellungen:
- Brennweite je nach Entfernung
- Kleine Blende, um möglichst hohe Schärfe zu erreichen
- Kleine ISO, um alle Strukturen zu erhalten
- Belichtungszeit entsprechen anpassen
- Belichtungsmessung: Mehrfeld.
Food
Bei der Food-Fotografie kommt es besonders auf die Schärfentiefe und das Licht an. Die Schärfe sollte so gesetzt werden, dass das “Food” scharf abgebildet ist und der Hintergrund leicht unscharf wird. Schön ist es, wenn die Szenerie im Hintergrund noch zu erahnen ist. Für Food-Fotografie eignet sich besonders gut Tageslicht, da es die Farbe am natürlichsten wiedergibt. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass kein direktes Sonnenlicht auf die Szene fällt, um harte Schlagschatten zu vermeiden. Wenn kein Tageslicht zur Verfügung ist, eignen sich Tageslichtlampen besser als Blitze, da man die Ausleuchtung so vorab besser beurteilen und justieren kann.
Kameraeinstellungen, die sich gut eignen:
- mittlere bis kleine Blende, je nach Brennweite, Motivgröße und gewünschter Hintergrundunschärfe
- Belichtungszeit aus der Hand ca. 1/60 s und Auto-ISO
- wenn Stativ verwendet wird, kleinste ISO und die Belichtungszeit entsprechend anpassen.
- Belichtungsmessung: Mehrfeld oder Integral
Fahrzeuge
Fahrzeug-Fotografie reicht vom Spielzeugauto bis hin zur Rakete mit der gesamten Bandbreite von Einstellungen. Hier wird exemplarisch nur die Fotografie von Autos behandelt. Selbst dabei reicht die Bandbreite von Close-Ups von Details über stehende und fahrende Fahrzeuge, Oldtimer, Rennwagen bis zu Aufnahmen aus fahrenden Autos.
Bei Fahrzeugen-Aufnahmen immer die Ausleuchtung im Blick behalten, um den Lack möglichst gut zur Geltung zu bringen. Bei Oldtimern wirken schwarz-weiß-Aufnahmen besonders. Die Dynamik eine Bildes kann durch das Kippen der Kamera erhöht werden.
Bei Aufnahmen immer auch den Hintergrund im Blick behalten. Gerade auf Motorshows oder Oldtimer-Treffen stören Personen im Hintergrund.
Einstellung bei stehenden Fahrzeugen
- Brennweite je nach Entfernung vom Motiv
- ISO so gering wie möglich, um den Lack bestmöglich abzubilden
- Belichtungszeit anpassen und wenn notwendig, Stativ verwenden
- Blitzen nur im Ausnahmefall, da unschöne Reflexionen auftreten können
- Belichtungsmessung: Integral bis Mehrfeld
Einstellung bei fahrenden Fahrzeugen
- Brennweite nach Entfernung vom Motiv
- Belichtungszeit kurz, Ausnahme: Mitzieher
- Auto-ISO
- Belichtungsmessung: Integral bis Mehrfeld
- Servo-Autofokus, Fahrzeug-Detektion, falls vorhanden
- Blitzen nur im Ausnahmefall, da das Bild sonst zu statisch wirkt. Eine leichte Unschäfe unterstreicht die Dynamik.























