Bildgestaltung
Bildaussage
Die Bildaussage geht weit über das hinaus, was auf dem Bild zu sehen ist. Jedes Bild weckt bei einem selbst Erinnerungen an die Aufnahmesituation. Anderen Betrachtern fehlt diese Erfahrung; sie sehen ausschließlich die Aufnahme. Diese kann dann für sie eine völlig andere Aussagekraft entwickeln. Ein Erinnerungsfoto ist einfach gemacht. Man nimmt das auf, an das man sich erinnern möchte. Ist die Aufnahme aber für einen anderen Zweck bestimmt, sollte man schon vorab überlegen, was auf einem Bild wichtig ist und wie man ein Motiv darstellt, so dass die Betrachter die Bildaussage verstehen.
Bildformat
Die gängigsten Bildformate sind Seitenverhältnisse von 3:2 oder 4:3, aber auch quadratische Bilder können eine gute Wirkung erzielen. Ob im Hoch- oder Querformat aufgenommen wird, hängt vom Motiv ab. Die Sehgewohnheiten haben sich seit der Smartphonefotografie geändert. Obwohl wir durch die Anordnung der Augen natürlicherweise die Welt eher im Querformat wahrnehmen, sind heute Hochformate weit verbreitet.
Positionierung
Bei den meisten Bildern sieht es besser aus, wenn die Maus oder ein anderes Motiv nicht genau in der Bildmitte sitzt. Eine Orientierung gibt die Positionierung nach dem goldenen Schnitt oder einfacher nach der Drittel-Regel.
Blickrichtung
Genauso wichtig wie die Positionierung, ist die Blickrichtung. Es sieht in der Regel viel besser aus, wenn die Person oder Maus oder auch die “Schnauze” eines Autos in das Bild hinein schaut
Ausrichtung
Manchmal gelingt es nicht, ein Bild wirklich gerade, so wie es in der Wirklichkeit ist, aufzunehmen. Ein Bild vom Meer sieht komisch aus, wenn der Horizont krumm ist. Manchmal möchte man aber absichtlich die Kamera “krumm” halten. Es kommt immer darauf an, was man mit dem Bild ausdrücken möchte.
Beschnitt
Ein Beschnitt des Bildes bewirkt dasselbe als wenn man gleich den richtigen Ausschnitt wählt. Dies ist aber nicht immer möglich. Besonders in der Vogelfotografie reicht die Brennweite häufig nicht aus, um das Motiv groß genug abzubilden. Dann ist es möglich das Bild nachträglich zu croppen (zu beschneiden).
Man sollte es dabei aber nicht übertreiben. Das Bild wird sonst insgesamt zu klein und man sieht dann die Pixel.
Durch Beschnitt kann man auch Bildelemente loswerden, die man bei der Aufnahme eventuell übersehen hat und die nicht im Bild zu suchen haben.
Mit einem Beschnitt kann man allerdings auch die Gesamtwirkung eine Bildes komplett verändern. Ein berühmtes Beispiel ist ein Bild aus dem Vietnamkrieg.
Freistellung
Unter Freistellung versteht man das Hervorheben eines Motivs vor einem unscharfen Hintergrund. Dies erreicht man mit geringer Schärfentiefe und Fokussierung auf das Motiv. Der Hintergrund selbst kann dabei homogen erscheinen oder die Umgebung noch erahnen lassen. Die Softwareentwickler für Smartphones machen viel Aufwand, um selbst bei Objektiven mit sehr kurzen Brennweiten einen unscharfen Hintergrund zu erzeugen.
Wenn man im Hintergrund des Motivs kleine Lichtquellen hat, wie z.B eine Lichterkette oder Gegenlicht durch einen Wald, kann man einen schönen Hintergrund erhalten.
Mitzieher
Ein Mitzieher ist eine Aufnahme bei der die Kamera während er Aufnahme mit dem Objekt in Bewegungsrichtung bewegt wird. Dadurch wird die relative Geschwindigkeit verringert, das Objekt wird scharf abgebildet, der ruhende Hintergrund wird unscharf. Das ganze erfordert viel Übung
Schwarz-Weiß-Fotografie
Schwarz-Weiß oder Monochrom-Fotografie ist die älteste Art der Fotografie und auch heute noch ein beliebtes Stilmittel. Durch den Verzicht auf Farben wird das Augenmerk auf Kontraste und Helligkeiten gelenkt. Dies funktioniert nicht bei allen Motiven. Manche Motive gewinnen aber an künstlerischer Aussagekraft. Die meisten Digitalkameras haben einen Monochrom-Modus, so dass das Bild schon im Sucher und auf dem Display schwarz-weiß zu sehen ist. So kann man die Wirkung schon vor der Aufnahme beurteilen.
High-Key - Low-Key
High-Key-Aufnahmen sind durch vorwiegend helle Töne, Low-Key-Aufnahmen sind durch vorwiegend dunkle Töne gekennzeichnet. Beide Arten der Fotografie weisen in der Regel hohe Kontraste auf.
Styles
Styles oder Bildstile verändern eine Aufnahme, um die Bildaussage zu erhöhen oder zu verfremden. Am bekanntesten ist der Schwarz-Weiß- oder Monochrom-Stil. Viele Kameras haben vorinstallierte Stile für Food-Fotografie, Portraits oder Landschaften. Interessanter ist es, eigene Stile zu entwickeln.
Street-Fotografie
Ein besonderes Genre ist die Street-Fotografie, bei der das Leben auf der Straße bzw. im öffentlichen Raum fotografiert wird. Dies ist nicht unproblematisch, da man die Rechte anderer Personen beachten muss. Streng genommen muss man von jeder Person, die man aufnimmt, eine Einwilligung zur Nutzung des Photos einholen. Die Rechtslage regeln in Deutschland mehrere Gesetze. Die Regelungen sind von Land zu Land verschieden. Daher findet man aus einigen Ländern tolle Fotos, aus anderen kaum welche. Ein besonderer Street-Fotograf war Martin Parr, ein ehemaliger Präsident der Magnum Photos Agentur.
Die Motivation zur Street-Fotografie ist für die meisten Fotografen die Dokumentation des echten Lebens und des Zeitgeistes, häufig auch gepaart mit einer gewissen Gesellschaftskritik. Dies passt natürlich gar nicht zur Notwendigkeit einer vorherigen Erlaubnis zum Foto.
Auch wenn es in Deutschland nicht erlaubt ist, ungefragt Bilder von Personen zu veröffentlichen, kann man auch in diesem Genre interessante Aufnahmen machen.
Storytelling
Eine Erweiterung der Aufnahme einzelner Bilder, ist das Storytelling. Dabei versucht man eine ganze Serie von Bildern zu einem Thema aufzunehmen. Fast jeder kennt diese Art der Fotografie von Reisen. Aber auch andere Themen kommen in Frage.
Mood Boards
Mood Boards sind Sammlungen von Bildern zu einem bestimmten Oberbegriff oder einer bestimmten Stimmung.
Beispiele für Mood Boards gibt es hier










































