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Bildgestaltung

Bildaussage

Die Bildaussage geht weit über das hinaus, was auf dem Bild zu sehen ist. Jedes Bild weckt bei einem selbst Erinnerungen an die Aufnahmesituation. Anderen Betrachtern fehlt diese Erfahrung; sie sehen ausschließlich die Aufnahme. Diese kann dann für sie eine völlig andere Aussagekraft entwickeln. Ein Erinnerungsfoto ist einfach gemacht. Man nimmt das auf, an das man sich erinnern möchte. Ist die Aufnahme aber für einen anderen Zweck bestimmt, sollte man schon vorab überlegen, was auf einem Bild wichtig ist und wie man ein Motiv darstellt, so dass die Betrachter die Bildaussage verstehen.

Abb. 1: Urlaubsfeeling, Prora 2015

Bildformat

Die gängigsten Bildformate sind Seitenverhältnisse von 3:2 oder 4:3, aber auch quadratische Bilder können eine gute Wirkung erzielen. Ob im Hoch- oder Querformat aufgenommen wird, hängt vom Motiv ab. Die Sehgewohnheiten haben sich seit der Smartphonefotografie geändert. Obwohl wir durch die Anordnung der Augen natürlicherweise die Welt eher im Querformat wahrnehmen, sind heute Hochformate weit verbreitet.

Abb. 2: Hochformat 4:3
Abb. 3: Quadratisch
Abb. 4: Querformat 3:2
HinweisPanorama

Positionierung

Bei den meisten Bildern sieht es besser aus, wenn die Maus oder ein anderes Motiv nicht genau in der Bildmitte sitzt. Eine Orientierung gibt die Positionierung nach dem goldenen Schnitt oder einfacher nach der Drittel-Regel.

Abb. 5: Goldener Schnitt: das Bild wird entsprechend des goldenen Schnitts eingeteilt. Die Maus sitzt leicht nach links versetzt im Bild
Abb. 6: Drittelregel: die Maus sitzt nicht in der Mitte sondern in etwa ein Drittel vom Bildrand entfernt

Blickrichtung

Genauso wichtig wie die Positionierung, ist die Blickrichtung. Es sieht in der Regel viel besser aus, wenn die Person oder Maus oder auch die “Schnauze” eines Autos in das Bild hinein schaut

Abb. 7: Nicht so günstig: die Maus schaut aus dem Bild
Abb. 8: Besser: die Maus schaut im Bild in die Umgebung
TippObjektive sind am Rand nicht so scharf, also besser das Objekt nicht zu weit am Rand platzieren und später das Bild beschneiden.

Ausrichtung

Manchmal gelingt es nicht, ein Bild wirklich gerade, so wie es in der Wirklichkeit ist, aufzunehmen. Ein Bild vom Meer sieht komisch aus, wenn der Horizont krumm ist. Manchmal möchte man aber absichtlich die Kamera “krumm” halten. Es kommt immer darauf an, was man mit dem Bild ausdrücken möchte.

Abb. 9: Ein realistisches Bild vom Meer sieht komisch aus, wenn der Horizont schief ist. Das Wasser scheint aus dem Bild zu fließen.
Abb. 10: Ein gerader Horizont wirkt stimmiger
Abb. 11: Das Foto ist korrekt aufgenommen, wirkt aber langweilig
Abb. 12: Mit gekipptem Horizont wirkt die Aufnahme dynamischer
Abb. 13: Am Zaun im Hintergrund fällt auf, dass das Bild schief ist
Abb. 14: Beim nachträglichen Begradigen werden dem Fohlen die Hufe abgeschnitten
TippDie Ausrichtung kann man auch später mit Software korrigieren. Dann muss man bei der Aufnahme bedenken, dass vom Bild einiges weggeschnitten wird, was vielleicht noch wichtig ist.

Beschnitt

Ein Beschnitt des Bildes bewirkt dasselbe als wenn man gleich den richtigen Ausschnitt wählt. Dies ist aber nicht immer möglich. Besonders in der Vogelfotografie reicht die Brennweite häufig nicht aus, um das Motiv groß genug abzubilden. Dann ist es möglich das Bild nachträglich zu croppen (zu beschneiden).

Abb. 15: Der Falke war ziemlich weit weg
Abb. 16: Ein nachträglicher Beschnitt funktioniert hier noch gut

Man sollte es dabei aber nicht übertreiben. Das Bild wird sonst insgesamt zu klein und man sieht dann die Pixel.

Abb. 17: Hier ist definitiv nicht mehr viel zu machen
Abb. 18: Ein Beschnitt führt nicht mehr zu einem guten Bild. Da Bild ist zu klein und pixelig

Durch Beschnitt kann man auch Bildelemente loswerden, die man bei der Aufnahme eventuell übersehen hat und die nicht im Bild zu suchen haben.

Abb. 19: Die Meise ist zu klein und das Vogelhaus stört im Bild
Abb. 20: Durch den Beschnitt fällt nicht mehr auf, dass die Meise am Vogelhaus fotografiert wude. Hier wurde zusätzlich auch das Bildformat geändert.

Mit einem Beschnitt kann man allerdings auch die Gesamtwirkung eine Bildes komplett verändern. Ein berühmtes Beispiel ist ein Bild aus dem Vietnamkrieg.

Freistellung

Unter Freistellung versteht man das Hervorheben eines Motivs vor einem unscharfen Hintergrund. Dies erreicht man mit geringer Schärfentiefe und Fokussierung auf das Motiv. Der Hintergrund selbst kann dabei homogen erscheinen oder die Umgebung noch erahnen lassen. Die Softwareentwickler für Smartphones machen viel Aufwand, um selbst bei Objektiven mit sehr kurzen Brennweiten einen unscharfen Hintergrund zu erzeugen.

Abb. 21: Die Seifenblase ist scharf, der Hintergrund ist unscharf aber noch erkennbar
Abb. 22: Die Fliege ist scharf vor homogenem Hintergrund

Wenn man im Hintergrund des Motivs kleine Lichtquellen hat, wie z.B eine Lichterkette oder Gegenlicht durch einen Wald, kann man einen schönen Hintergrund erhalten.

Abb. 23: Eine im Hintergrund plazierte Lichterkette liefert einen interessanten Bildlook.
Abb. 24: Natürliches Licht im Wald
HinweisMehr Informationen

Mitzieher

Ein Mitzieher ist eine Aufnahme bei der die Kamera während er Aufnahme mit dem Objekt in Bewegungsrichtung bewegt wird. Dadurch wird die relative Geschwindigkeit verringert, das Objekt wird scharf abgebildet, der ruhende Hintergrund wird unscharf. Das ganze erfordert viel Übung

Abb. 25: Ohne Mitzieher: Aufgenommen mit einer Belichtungszeit von 1/1250 s. Das Auto ist scharf aber das Bild wirkt statisch.
Abb. 26: Besser: Aufgenommen als Mitzieher mit einer Belichtungszeit von 1/200s. Das Bild wirkt dynamischer
Abb. 27: Mitzieher erfordern viel Übung. Hier ist alles unscharf.
TippFalls vorhanden, den Bildstabilisator abschalten. Manche Objektive haben aber auch einen speziellen Stabilisierungsmodus für Mitzieher.

Schwarz-Weiß-Fotografie

Schwarz-Weiß oder Monochrom-Fotografie ist die älteste Art der Fotografie und auch heute noch ein beliebtes Stilmittel. Durch den Verzicht auf Farben wird das Augenmerk auf Kontraste und Helligkeiten gelenkt. Dies funktioniert nicht bei allen Motiven. Manche Motive gewinnen aber an künstlerischer Aussagekraft. Die meisten Digitalkameras haben einen Monochrom-Modus, so dass das Bild schon im Sucher und auf dem Display schwarz-weiß zu sehen ist. So kann man die Wirkung schon vor der Aufnahme beurteilen.

Abb. 28: Die Aufnahme in Farbe wirkt nicht so gut. Das grüne Gras lenkt von der Holzstruktur ab
Abb. 29: In schwarz-weiss kommt die Holzstruktur besser zur Geltung
Abb. 30: Food-Fotografie funktioniert meistens nur in Farbe.
Abb. 31: In schwarz-weiß erscheint das Bild flach und ohne ansprechende Aussage
Abb. 32: Sonnenauf- und untergänge leben von der Farbe. Die Farbe bestimmt die Bildstimmung
Abb. 33: In schwarz-weiß ist das Bild nicht schlecht. Die tatsächliche Stimmung geht aber verloren. Man schaut nun auf die alten Kondensstreifen, die in der Farbaufnahme zunächst nicht aufgefallen sind
Abb. 34: Novemberstimmung in schwarz-weiß
Abb. 35: Anton aufgenommen mit Blende f/0.85

High-Key - Low-Key

High-Key-Aufnahmen sind durch vorwiegend helle Töne, Low-Key-Aufnahmen sind durch vorwiegend dunkle Töne gekennzeichnet. Beide Arten der Fotografie weisen in der Regel hohe Kontraste auf.

Abb. 36: High-Key Aufnahme(Analog)
Abb. 37: Low-Key Aufnahme

Styles

Styles oder Bildstile verändern eine Aufnahme, um die Bildaussage zu erhöhen oder zu verfremden. Am bekanntesten ist der Schwarz-Weiß- oder Monochrom-Stil. Viele Kameras haben vorinstallierte Stile für Food-Fotografie, Portraits oder Landschaften. Interessanter ist es, eigene Stile zu entwickeln.

Abb. 38: Original Urlaubsfoto,
Abb. 39: im Stil eines Fernsehkrimis
Abb. 40: und wie aus einem Artikel gegen Massentierhaltung
TippUm die volle Bearbeitungsmöglichkeit zu behalten, in RAW speichern.

Street-Fotografie

Ein besonderes Genre ist die Street-Fotografie, bei der das Leben auf der Straße bzw. im öffentlichen Raum fotografiert wird. Dies ist nicht unproblematisch, da man die Rechte anderer Personen beachten muss. Streng genommen muss man von jeder Person, die man aufnimmt, eine Einwilligung zur Nutzung des Photos einholen. Die Rechtslage regeln in Deutschland mehrere Gesetze. Die Regelungen sind von Land zu Land verschieden. Daher findet man aus einigen Ländern tolle Fotos, aus anderen kaum welche. Ein besonderer Street-Fotograf war Martin Parr, ein ehemaliger Präsident der Magnum Photos Agentur.

Die Motivation zur Street-Fotografie ist für die meisten Fotografen die Dokumentation des echten Lebens und des Zeitgeistes, häufig auch gepaart mit einer gewissen Gesellschaftskritik. Dies passt natürlich gar nicht zur Notwendigkeit einer vorherigen Erlaubnis zum Foto.

Auch wenn es in Deutschland nicht erlaubt ist, ungefragt Bilder von Personen zu veröffentlichen, kann man auch in diesem Genre interessante Aufnahmen machen.

Abb. 41: Aufnahme eines “Street Dogs”.
Abb. 42: Auf der Fähre nach Norwegen.
Abb. 43: Graffito in Bremen an der Weser.
WichtigJeder Fotograf sollte sich fragen, ob er mit einem Photo eine Person bloßstellt und ob er selber so aufgenommen werden möchte.

Storytelling

Eine Erweiterung der Aufnahme einzelner Bilder, ist das Storytelling. Dabei versucht man eine ganze Serie von Bildern zu einem Thema aufzunehmen. Fast jeder kennt diese Art der Fotografie von Reisen. Aber auch andere Themen kommen in Frage.

TippEine gute Vorübung zum Storytelling sind Mood Boards

Mood Boards

Mood Boards sind Sammlungen von Bildern zu einem bestimmten Oberbegriff oder einer bestimmten Stimmung.

Beispiele für Mood Boards gibt es hier

Canon EOS 6D | 28.0mm | f/11.0 | 1/200s | ISO 200

Canon EOS R7 | 500.0mm | f/7.1 | 1/125s | ISO 6400

Canon EOS R7 | 451.0mm | f/7.1 | 1/60s | ISO 2000

Canon EOS R7 | 500.0mm | f/7.1 | 1/60s | ISO 1600

Canon EOS 6D | 300.0mm | f/9.0 | 1/180s | ISO 1600

Canon EOS 6D | 300.0mm | f/9.0 | 1/180s | ISO 1600

Canon EOS R6 | 31.0mm | f/16.0 | 1/160s | ISO 200

Canon EOS R6 | 31.0mm | f/16.0 | 1/160s | ISO 200

Canon EOS RP | 218.0mm | f/11.0 | 1/250s | ISO 400

Canon EOS RP | 218.0mm | f/11.0 | 1/250s | ISO 400

Canon EOS 200D | 135.0mm | f/5.0 | 1/250s | ISO 100

Canon EOS 200D | 135.0mm | f/5.0 | 1/250s | ISO 100

Canon EOS R10 | 840.0mm | f/16.0 | 1/1000s | ISO 800

Canon EOS R10 | 840.0mm | f/16.0 | 1/1000s | ISO 800

Canon PowerShot G5 X Mark II | 19.384mm | f/4.0 | 1/1600s | ISO 125

Canon PowerShot G5 X Mark II | 19.384mm | f/4.0 | 1/1600s | ISO 125

Canon EOS R5 | 200.0mm | f/2.8 | 1/1000s | ISO 2500

Canon EOS R5 | 200.0mm | f/2.8 | 1/1000s | ISO 2500

Canon EOS 80D | 200.0mm | f/4.0 | 1/400s | ISO 200

Canon EOS 600D | 100.0mm | f/8.0 | 1/320s | ISO 400

Canon EOS 6D | -mm | f/- | 1/40s | ISO 400

Canon EOS RP | 35.0mm | f/2.5 | 1/30s | ISO 125

Canon EOS 6D Mark II | 279.0mm | f/8.0 | 1/1250s | ISO 500

Canon EOS 6D Mark II | 186.0mm | f/8.0 | 1/200s | ISO 100

Canon EOS 70D | 500.0mm | f/6.3 | 1/80s | ISO 200

X-T30 | 23.0mm | f/4.5 | 1/60s | ISO 1250

X-T30 | 23.0mm | f/4.5 | 1/60s | ISO 1250

Canon EOS 6D | 50.0mm | f/2.2 | 1/1600s | ISO 800

Canon EOS 6D | 50.0mm | f/2.2 | 1/1600s | ISO 800

Canon EOS R5 | 24.0mm | f/11.0 | 1/320s | ISO 160

Canon EOS R5 | 24.0mm | f/11.0 | 1/320s | ISO 160

X-T2 | 35.0mm | f/2.0 | 1/1900s | ISO 200

X-T2 | 50.0mm | f/1.0 | 1/125s | ISO 2000

X100T | 19.0mm | f/2.0 | 1/12s | ISO 1600

Canon PowerShot G9 X Mark II | 10.2mm | f/2.0 | 1/100s | ISO 125

Canon PowerShot G9 X Mark II | 10.2mm | f/2.0 | 1/100s | ISO 125

Canon PowerShot G9 X Mark II | 10.2mm | f/2.0 | 1/100s | ISO 125

X-T2 | 35.0mm | f/2.5 | 1/300s | ISO 200

X100F | 33.0mm | f/5.6 | 1/850s | ISO 200

X-T2 | 35.0mm | f/8.0 | 1/600s | ISO 200

Bildmotive
Bildfehler
 
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